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Wissenswertes

über die Pflegeversicherung, Pflegegrade, Heimkosten und deren Finanzierung

Grundzüge der Pflegeversicherung

In Deutschland gab es im Jahr 2006 ungefähr 2.000.000 Pflegebedürftige, davon 500.000 in Pflegeeinrichtungen. Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl auf ca. 5.000.000 steigen. Dies zeigt die unglaubliche Herausforderung für die Gesellschaft. Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung war die Einführung der Pflegeversicherung, verankert im Sozialgesetzbuch XI. Die Pflegeversicherung gilt neben der Kranken-, der Renten-, der Arbeitslosen und der Unfallversicherung als die Fünfte Säule der Absicherung. Mit der festgelegten Finanzierung durch die Arbeitnehmer und mittlerweile auch Rentner werden im Fall der Pflege Versicherungsleistungen erbracht, die es dann zusammen mit der Rente oft schon ermöglicht.

Träger der Pflegeversicherung sind die rechtlich selbstständigen Pflegekassen, die  organisatorisch den Krankenkassen angeschlossen sind. (weshalb auch die Versicherungsbeiträge direkt weitergeleitet werden und man nicht extra noch ein Wahlrecht für die Pflegekasse hat).        
Das Überprüfungsgremium für alle Angelegenheiten ist der "Medizinische Dienst der Krankenkassen.

Neue Grundlagen in der Pflege

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSGII) hat die Bundesregierung die Inhalte der Pflegeversicherung umfassend reformiert. Erste Änderungen des neuen Gesetzes sind bereits seit 1. Januar 2016 in Kraft,

Die wichtigsten Änderungen gehen mit der Einführung der Pflegegrade, einem grundlegend veränderten Begutachtungsinstrument und verbesserten Leistungen ab 1. Januar 2017 in die Praxis. Damit erhalten erstmals alle pflegebedürftigen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen- unabhängig davon, ob sie an körperlichen Beschwerden oder an einer Demenz erkrankt sind. Viele pflegebedürftigen Menschen erhalten mehr Leistungen, niemand wird schlechter gestellt.

NEU: Pflegebedürftigkeitsbegriff, Begutachtunsinstrument und Pflegegrade

Bisher bezog sich der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor alle auf körperliche Beeinträchtigungen. Mit dem neuen Gesetz erhalten nun auch Menschen mit geistigen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen (zum Beispiel Menschen mit Demenz) einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. Grundlage dafür ist ein neues Begutachtungsinstrument. Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich dann nicht mehr daran, wie viel Zeit Menschen am Tag an Hilfe benötigt, sondern im Wesentlichen daran, wie selbstständig der Alltag bewältigt werden kann und wie viel Unterstützung dafür notwendig ist. Für die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit sind nach der neuen Begutachtungsweise sechs Bereiche relevant:

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Aus den genannten Bereichen lässt sich der Grad der Selbstständigkeit ableiten. Wie pflegebedürftig jemand ist, spiegelt sich dann in fünf Pflegegraden wider.

Muss ich mehr zahlen, wenn meine Pflegebedürftigkeit steigt?

Eine besonders wichtige Änderung zum 01.01.2017 sorgt dafür, dass die finanzielle Belastung der Bewonerinnen und Bewohner sowie der Angehörigen bei zunehmender Pflegebedürftigkeit nicht steigt. Der jeweils für die Pflege zu zahlende Eigenanteil wird in den kommenden Pflegegraden 2 bis 5 immer gleich bleiben. Das bedeutet für Sie, dass auch bei steigender Pflegebedürftigkeit der jeweils selber zu tragende Anteil an den Pflegekosten unverändert bleibt. Die zusätzlichen Kosten steigender Pflegebedürftigkeit trägt dann die Pflegeversicherung.

Antrag auf Leistungen zur Pflegeversicherung

Leistungen der Pflegeversicherung werden nur auf Antrag gewährt, das gilt auch bei einer angestrebten Einstufung in einem anderen Pflegegrad. Handelt es sich um einen Erstantrag, können die Leistungen frühestens ab Beginn des Antrags- monats gewährt werden, bei einem Höherstufungs- antrag wird hiervon abweichend ab dem Vorliegen

dem höheren Pflegegrad die höhere Leistung übernommen. Antragsberechtigt ist die versicherte Person oder eine andere, von ihr bevollmächtigte Person bzw. der oder die gesetzliche(n) Vertreter wie ein Betreuer oder bei Minderjährigen die Eltern.